Melissa Zrig (41) lebt mit ihren zwei Kindern in einer kleinen Wohnung in Aarau. Der Vater ihres zweiten Kindes, ihres Sohnes, erlitt kurz vor dessen Geburt ein Burnout mit einer Erschöpfungsdepression. «Für seine Erholung und Genesung hätte er mehr Ruhe gebraucht. In unserer kleinen Dreizimmerwohnung und in unserem Alltag mit Kindern, Haushalt und meinem Beruf war das nicht möglich», erzählt Melissa Zrig. Gemeinsam entschieden sie, dass der Vater in eine eigene Wohnung zieht und seit zwei Jahren leben sie getrennt.
Als Fachfrau Betreuung bei einer Stiftung für Menschen mit einer Beeinträchtigung beginnt der Arbeitstag von Melissa Zrig jeweils sehr früh. Zu dieser Zeit schlafen die Kinder meist noch und sie können noch nicht allein in die Kita oder zur Schule gehen. Daher kam der Vater jeweils am Morgen vorbei, kümmerte sich um die Kinder und begleitete sie bis in den Hort oder den Kindergarten. Auch an ihren Wochenenddiensten waren die Kinder beim Vater.
Hilfe kam in nur fünf Tagen
Von einem Tag auf den anderen geriet der ohnehin fragile Alltag jedoch aus dem Gleichgewicht. Vor einem halben Jahr konnte der Vater aus gesundheitlichen Gründen die wichtigen Betreuungseinsätze am Morgen und an den Wochenenden nicht mehr übernehmen. Melissa Zrig stand plötzlich allein da und musste dringend eine Lösung finden. «Eine Freundin empfahl mir die ‹Kinderbetreuung zu Hause› des Roten Kreuzes Kanton Aargau», erzählt sie. «Bereits fünf Tage nach meiner Kontaktaufnahme stand eine Rotkreuz-Betreuerin bei uns zu Hause und unterstützte mich.» Nur wenige Tage später war die Hilfe also da, eine enorme Erleichterung für Melissa Zrig: «Ich war unglaublich dankbar. Die Betreuerinnen brachten viel Ruhe in meinen Alltag und ich konnte wieder mit einem guten Gefühl zur Arbeit gehen.» Seither übernehmen sie den Start in den Tag: Sie wecken die Kinder, helfen beim Frühstück und begleiten sie anschliessend in den Hort oder den Kindergarten.