Auf dem Hof der Familie Villiger hat jedes Familienmitglied seine Aufgabe, um sicherzustellen, dass die Feldpflanzen im Frühling gedeihen. Auch die 76 Jahre alte Pia Villiger leistet ihren Beitrag: Sie sorgt dafür, dass mittags alle gestärkt werden. Doch inzwischen kann sie dies aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr allein bewältigen. Unterstützung erhält sie einmal pro Woche vom Entlastungsdienst zu Hause des Aargauer Roten Kreuzes. Daniela Imfeld, Rotkreuz-Betreuerin, hilft ihr dabei, das Mittagessen für die Familie zuzubereiten. Doch ihre Unterstützung geht darüber hinaus: «Ich helfe Frau Villiger im Alltag. Neben dem Kochen achte ich auch darauf, dass sie mental fit bleibt. Zum Beispiel löst sie leidenschaftlich gerne Rätsel und gewinnt dabei übrigens regelmässig gegen mich.»
Unverzichtbare Hilfe
Die gesamte Familie Villiger packt mit an, wenn es um die Betreuung ihrer Mutter geht. Damit sind sie nicht die Einzigen: Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) kümmern sich im Kanton Aargau rund 51 000 Menschen um eine nahestehende Person. Doch eine 24-Stunden-Betreuung ist auch für eine ganze Familie nicht zu stemmen, erkannte die Tochter Evelyne Bütler-Villiger: «Meine Mutter benötigte zunehmend mehr Unterstützung im Alltag. Irgendwann wurde uns bewusst, dass wir es allein nicht mehr bewältigen können. In intensiven Gesprächen mit der ganzen Familie fanden wir eine Lösung, die für alle Beteiligten passt. Miteinander kommunizieren war schon immer das Wichtigste für unsere Familie und hilft uns auch jetzt.»