Was Familie Hofmann aus Veltheim im letzten Jahr alles durchlebt hat, geschieht einem normalerweise ein ganzes Leben lang nicht. Und doch sitzt Franziska Hofmann an ihrem Esstisch und sagt: «Ich habe nie den Mut aufgegeben.»
Franziska Hofmann kam mit drei Nieren und drei Harnleitern zur Welt. Ein System in ihrem Körper, das sich die ganze Zeit selbst vergiftete. Als sie zwei Tage alt war, hatte sie bereits ihre erste zwölfstündige Operation. Heute ist die 34-Jährige zweifache Mutter und hat über zwei Dutzend Eingriffe hinter sich. «Ich wünsche mir eine Ruhephase für unsere Familie. Eine Zeit, in der wir wieder durchatmen können», sagt sie hoffnungsvoll.
Drei bis vier Tage pro Woche im Einsatz
Zum Kontakt mit dem Aargauer Roten Kreuz kam es Ende 2022, nachdem der Vater Daniel Hofmann sein erstes Burn-out hatte und Franziska Hofmann sich in der Folge allein um die Kinder und den Haushalt kümmerte. Die Hausärztin empfahl dem Paar schliesslich die Kinderbetreuung zu Hause des Aargauer Roten Kreuzes.
Zwei geschulte Rotkreuz-Mitarbeiterinnen kümmerten sich von da an regelmässig um die beiden Kinder und schafften dadurch Entlastung. Statt dass Familie Hofmann Anfang 2023 in ihr altes Leben zurückkehren konnte, folgte eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Als Franziska Hofmann mehrere Male auf dem Notfall landete, fand man heraus, dass sie zwei Streifungen hatte. Etwas später musste sie ihr Herz operieren lassen, an dem sie bereits vor zehn Jahren einen Eingriff hatte. Die Eltern von Franziska Hofmann und die Nachbarschaft unterstützten die Familie, so oft es ging. Doch es reichte nicht. Die Situation war zu prekär. Die beiden Rotkreuz-Mitarbeiterinnen blieben im Einsatz. «Sie sorgten für Louis und Amélie, während ich zum Beispiel mit meinen Eltern in den Notfall musste. Das war sehr entlastend», erinnert sich Franziska Hofmann. Hinzu kam, dass Daniel Hofmann im Juli 2023 in ein zweites Burn-out fiel und sich für elf Wochen in einer Rehaklinik in Davos erholen musste. Noch immer geschwächt von ihrer Herzoperation war es für Franziska Hofmann unmöglich, sich in dieser Zeit allein um die Kinder, das Haus und den Garten zu kümmern. Also bot das Aargauer Rote Kreuz weiterhin Unterstützung. «Wir wussten häufig nicht wie weiter», sagt Daniel Hofmann. In diesen besonders intensiven Wochen waren die Rotkreuz-Mitarbeiterinnen mehrere Tage pro Woche bei der Familie. Sie kümmerten sich um die Kinder nach dem Aufstehen und blieben, bis diese am Abend wieder im Bett waren. Im Dezember 2023, also rund ein Jahr später, leisteten die Rotkreuz-Mitarbeiterinnen vorläufig ihren letzten Einsatz bei der Familie.
Im Frühling 2024 kam es erneut zu einem Einsatz, weil Franziska Hofmann eine schwere Hüftoperation bevorstand. Im Herbst plant sie, die Reha nach der Herzoperation nachzuholen. Auch dann kann die Familie wieder auf die Unterstützung der Kinderbetreuung zu Hause zählen.
Dass nach einer so intensiven Zeit auch eine echte Beziehung entsteht, ist klar. «Die Kinder hängen sehr an den Rotkreuz-Mitarbeiterinnen. Sie haben auch schon gefragt, ob sie uns in die Ferien begleiten», erzählt Daniel Hofmann schmunzelnd und ergänzt: «Wir hatten wahnsinniges Glück mit dem Aargauer Roten Kreuz und sind sehr dankbar für die viele Zeit, in der es uns unter die Arme gegriffen hat.»